Himmelbett

Die Blütezeit des Himmelbettes liegt schon einige Jahrhunderte zurück. Dennoch stehen diese Betten sehr häufig auch in den Schlafzimmern des 21. Jahrhunderts. Die besondere und einmalige Atmosphäre, die ein Himmelbett ausstrahlt, begeistert Kinder wie auch erwachsene Menschen, die gern träumen und sich auf außergewöhnliche Weise entspannen wollen.

Ein Himmelbett gleicht einem normalen Bett. Es hat allerdings Bettpfosten, die nach oben verlängert sind und an denen entweder ein umlaufender Rahmen oder einzelne Stangen befestigt sind. Diese Konstruktion hält und stützt einen Himmel und Vorhänge aus Stoff. Je nach Belieben können die Vorhänge zur Seite gebunden werden oder, indem sie nach unten hängen, die Sicht auf das Bett verbergen.

Es gab im Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert hinein, anders als heute, keine separaten Schlafzimmer. Die Wohnräume erfüllten in den meisten Fällen mehrere Funktionen gleichzeitig. Am Tag wurden die Betten als Liegefläche oder Sitzgelegenheit genutzt und nachts entstand durch die zugezogenen Vorhänge eine Bettnische. Dieser so genannte Alkoven schützte die frei im Raum stehenden Betten vor Kälte und Zugluft und bot durch den Sichtschutz eine gewisse Intimsphäre.

Die Schlafgemächer am Hof dienten oft auch als Empfangsräume für Gäste oder Gesandte. Die Himmelbetten des Adels wurden deshalb im Laufe der Zeit immer größer und luxuriöser. Manchmal stand das Bett nicht direkt auf dem kalten Steinboden, sondern auf Stufen. Somit wurde die aufsteigende wärmere Raumluft besser ausgenutzt. Die Überdachung des Bettes bestand oft nicht mehr aus den regional typischen Hölzern wie Eiche, Birke oder Walnuss, sondern aus teuren Edelhölzern. Diese waren mit aufwändigen Schnitzarbeiten oder Malereinen versehen. Als beliebte Darstellungen dieser prachtvollen Paradebetten galten Jagd- oder Turnierszenen. Auch die Wappen der jeweiligen Familie fanden sich häufig an den Himmelbetten wieder. Die verwendeten Stoffe bestanden aus den edelsten Materialen, wie Brokat, Samt oder Damast. Oftmals waren sie zusätzlich noch kunstvoll bestickt.

Bei den heutigen Himmelbetten kann auf eine Vielzahl an Materialen zurückgegriffen werden. Es gibt Rahmenkonstruktion aus Holz, Bambus oder Metall. Die Größe und Gestaltung des Himmelbettes ist abhängig vom individuellen Geschmack des Besitzers und kann entweder verspielt, luxuriös, klassisch, puristisch oder kuschelig ausfallen. Auch die Fülle an angebotenen Stoffen sollte kein Wunsch offen lassen. Der Fachhandel bietet ein kaum überschaubares Spektrum an unterschiedlichen Stoffqualitäten und -mustern. Bei der Verwendung und Dekoration der Vorhänge entscheidet ebenfalls der Geschmack des Besitzers. Anders als bei den ursprünglichen Himmelbetten des Mittelalters müssen sich nicht mehr an allen vier Seiten Vorhänge befinden. Kleine Lämpchen, die an der Stoffüberdeckung befestigt werden, zaubern einen zweiten Himmel über dem Kopf. Dekorationsartikel, wie zum Beispiel kleine Blumen, an den Vorhängen oder am Stoffhimmel sorgen für eine romantische Atmosphäre. Das Himmelbett dient auch heute nicht nur als Schlafstätte, sondern bietet Platz zum Relaxen, Kuscheln und Entspannen. Es kann auch als ganz besonderes Sofa benutzt werden.